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Studieren mit Kind – Leitfaden zur Planung und Organisation eines Studiums mit Kind

"Wie finanziere ich mich und mein Kind?“ oder „Wie organisieren ich mein Studium jetzt?“ sind dringende Fragen von studierenden Eltern. Um den Studierenden mit Kind den Alltag zu erleichtern, möchten wir mit dieser Infobroschüre Rat geben und stellen eine Vielzahl von Informationen und Adressen mit Links zur Verfügung.

Organisation des Studiums mit Kind

  • Flexibilisierungsmöglichkeiten
    Gespräch/Antrag beim Prüfungsamt und dem Studiengangsleiter, Klärung mit dem Arbeitgeber
  • Urlaubssemester
    Beantragung erfolgt über das Prüfungsamt in Absprache mit dem Studiengangsleiter und dem Arbeitgeber
  • Studienunterbrechung
    Gut überlegen: Gespräch mit Prüfungsamt empfohlen. Studierendenstatus fällt weg (Auswirkungen auf Versicherungen und Krankenkassenbeiträge)

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Mutterschutz

Das Mutterschutzgesetz gilt auch für Studentinnen (vgl. Landeshochschulgesetz). Es gelten die Schutzfristen (d.h. Beschäftigungsverbot) von sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen nach der Geburt (bei Mehrlingsgeburten bis zu zwölf Wochen). Besonders bei einer Schwangerschaft während des Prüfungszeitraumes sollten Sie sich vom zuständigen Prüfungsamt beraten lassen. Besprechen Sie sich auch mit dem Studiengangsleiter, besonders wenn Sie im Labor arbeiten und schwanger werden.

Reform des Mutterschutzgesetzes

Das Kabinett hat die Reform des Mutterschutzgesetzes am 04.05.2016 beschlossen. Schwangere, frischgebackene Mütter und ihre Kinder sollen besser geschützt werden. Erstmals werden auch Schülerinnen und Studentinnen einbezogen.

Bisher galt das Mutterschutzgesetz für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Für Schülerinnen und Studentinnen hingegen gab es keine einheitlichen Regelungen. Das ändert sich nun, denn erstmals werden auch sie in den Mutterschutz einbezogen.

Ziel des Gesetzes bleibt es, eine verantwortungsvolle Abwägung zwischen dem Gesundheitsschutz für eine stillende oder schwangere Frau und ihr (ungeborenes) Kind einerseits und der selbstbestimmten Entscheidung der Frau über ihre Erwerbstätigkeit und ihre Ausbildung andererseits, sicherzustellen. Mit der Reform soll für alle erwerbstätigen schwangeren und stillenden Frauen berufsgruppenunabhängig ein einheitliches Gesundheitsschutzniveau gelten.

Das Gesetz soll im Jahr 2016 verabschiedet werden. Es ist geplant, dass das Gesetz am 1. Januar 2017 in Kraft tritt. Der Gesetzentwurf geht nun zur Beratung in den Bundestag. Auch der Bundesrat muss noch zustimmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/05/2016-05-04-reform-mutterschutz.html

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/aktuelles,did=225260.html/

http://www.sueddeutsche.de/politik/gesetzesreform-nach-der-geburt-zur-klausur-1.2978824

Den Gesetzentwurf können Sie hier einsehen:

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung2/Pdf-Anlagen/gesetzentwurf-muschg,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

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Mutterschaftsgeld

Studentinnen, die selbst bei einer Krankenkasse versichert sind und neben dem Studium in einem Arbeitsverhältnis stehen, haben Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Basis ist der Nettolohn der letzten drei Monate.
Antrag: Zusammen mit einer Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin, vom Arzt oder der Hebamme ca. sieben Wochen vor dem Termin ausgestellt, an die Krankenkasse (gesetzlich Versicherte) oder ans Bundesversicherungsamt (Privat- oder Familienversicherte).

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Leistungen der Krankenkasse

  • Ärztliche Betreuung
  • Stationäre Entbindung
  • Häusliche Pflege
  • Eine Haushaltshilfe

Weitere Informationen finden Sie bei Ihrer Krankenkasse.

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Elternzeit

Studierende, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, haben Anspruch auf Elternzeit. Eine Beurlaubung vom Studium wegen Elternzeit ist analog zu handhaben.
Spätestens sieben Wochen vor Beginn muss die Elternzeit schriftlich beim Arbeitgeber bzw. beim Prüfungsamt angemeldet werden. Teilzeitarbeit bzw. Studium bis max. 30 Wochenstunden sind erlaubt.

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Elterngeld

  • Maximal während der ersten 14 Lebensmonate des Kindes oder bei gleicher Höhe auf längere Dauer verteilt
  • Bemisst sich an der Höhe des wegfallenden Einkommens (letzte zwölf Monate), Teilzeitarbeit wird mit einbezogen
  • Nichterwerbstätige Eltern erhalten des Mindestbeitrag
  • Anträge bei www.l-bank.de/elterngeld oder beim Bürgeramt
  • Krankenkassenbeiträge sind während des Bezuges von Elterngeld weiterhin zu bezahlen

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Landeserziehungsgeld

  • Freiwillige Leistung des Landes Baden-Württemberg
  • Wird im Anschluss an das Elterngeld für zehn Betreuungsmonate gewährt (einkommensabhängig)
  • Anträge direkt bei der L-Bank oder beim Bürgeramt

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Kindergeld/Kindergeldzuschlag

  • Studierende mit Wohnsitz in Deutschland haben Anspruch auf Kindergeld (Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis) für ihre Kinder, auch wenn sie selber noch Kindergeld beziehen. Infos: www.familienkasse.de

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BAföG-Leistungen

Das BAföG enthält eine Reihe von Sonderregelungen für Schwangere und Auszubildende mit Kindern:

  • Verlängerung von BAföG-Leistungen/Spätere Vorlage von Leistungsnachweisen/Altersgrenze für BAföG/Beurlaubung
  • Kinderbetreuungszuschlag/Zusätzliche Freibeträge/Mietzuschuss
  • Förderungsende und Rückzahlungsbedingungen/Teilerlass des Darlehens
  • Unterhaltspflicht bei Heirat

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Arbeitslosengeld II/Sozialhilfe

Arbeitslosengeld II/Sozialhilfe werden nur in Spezialfällen gewährt.
Infos: Jobcenter Neckar-Odenwald-Kreis/Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis

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